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SEV-Präsident Thomas Häni im Interview

Thomas HaeniThomas Häni, das erste Amtsjahr als Präsident des SEV neigt sich dem Ende entgegen, wie sieht Ihr erstes Fazit nach 12 arbeitsreichen Monaten aus?

Das erste Jahr war ziemlich speziell. Ich musste nicht nur ein neues Amt übernehmen, sondern mich auch in die Vorgaben und Anforderungen für die Verbandsförderung von Swiss Olympic einarbeiten. Diese waren beim Antritt noch nicht bekannt und wurden uns erst im Oktober zugestellt. Die ersten 3 Monate im Amt habe ich damit verbracht zu verstehen, was die neuen Anforderungen für den Verband bedeuten. 

Das Resultat der Analyse war die Ausgangslage für die Veränderungen in den Strukturen und Verantwortungen, welche wir auch an der Delegiertenversammlung mit den Statutenänderungen vorstellen wollen.

Die Übernahme des Präsidentenamtes in einem Olympia-Jahr ist auch nicht gerade optimal. Leider konnte sich kein Athlet des SEV für die Olympischen Spiele qualifizieren, was seit mehr als 37 Jahren nicht mehr der Fall war. Das zeigte mir aber auch auf, dass wir die Dinge neu aufgleisen und Altbewährtes in Frage stellen müssen.

Gemeinsam mit den Vorstandskollegen haben Sie zunächst diverse strukturelle Veränderungen in die Wege geleitet. Sind diese Veränderungen abgeschlossen und was haben sie bewirkt?

Der Vorstand und ich haben uns mit der von mir erstellten Analyse auseinandergesetzt und das Resultat daraus sind die neu vorgeschlagenen Statutenänderungen.

Wir haben seit dem 1. Dezember 2013 einen Geschäftsführer für den Verband, welcher von einer Sachbearbeiterin unterstützt wird. Diese Neuanstellungen bedeuten, dass gewisse Aufgaben und Verantwortlichkeiten, welche früher ehrenamtliche Mitarbeitende in den Kommissionen machten, neu in der Geschäftsstelle ausgeführt werden. Damit erhoffen wir uns effizientere Abläufe und vor allem Kontinuität in den Arbeiten. Erfahrungsgemäß geht immer etwas Know-how verloren, wenn ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Aufgaben abgeben. Die Geschäftsstelle ist nun seit knapp 8 Monaten in der neuen Zusammensetzung aktiv und ich denke, die Aufgaben werden bereits sehr gut ausgeführt. In so kurzer Zeit lässt sich aber nicht alles so perfekt ausführen, wie das mit der Erfahrung und dem Einsatz von Erika Hüge der Fall war. Dafür bitte ich um Geduld und Verständnis.

Auch auf Seiten der Kommissionen und Ausschüsse sind wir daran, gewisse Änderungen vorzunehmen. Neue Gruppen haben sich formiert und arbeiten daran, vor allem das Nachwuchsförderungskonzept und das Leistungssportkonzept des SEV zu ergänzen und in der Praxis umzusetzen. Durch die Anstellung einer Verantwortlichen Kader- und Nachwuchs Kunstlauf und Eistanz haben wir auch eine wichtige Vakanz im Bereich Athletenbetreuung personell besetzen können.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der einzelnen Kommissionen – was haben diese für ihre Disziplinen erreichen können?

Mit der Arbeit in den Kommissionen und Ausschüssen bin ich grundsätzlich zufrieden.          Ich bin sehr froh, dass wir endlich wieder eine Kommission Speed haben, die sich aktiv und engagiert für den Leistungssport im Bereich Speed einsetzt. Das Projekt, welches von Thomas Grob auch an der Präsidentenkonferenz vorgestellt wurde ist ein wichtiger Bestandteil der Verbandsstrategie 2014-18. Wir haben das Ziel, durch dieses Projekt mindestens 1-2 Athleten an die nächsten Olympischen Spiele schicken zu können. Die Ausgangslage ist gut und die Kommission arbeitet hart dafür.

Im Kunstlaufen sind wir noch nicht ganz so weit. Die neuen Strukturen werden es uns aber erlauben, den Fokus auf die Disziplinen zu setzen. Mit der Gründung der neuen Kommission „Kunstlauf, Eistanz und Synchronized Skating“ können wir sicherstellen, dass alle Belange der Disziplinen unter einer Kommission besprochen und entschieden werden. Ich erhoffe mir, dass wir analog dem Speed, einige Zellen in der Schweiz motivieren können, sich gemeinsam mit dem SEV, für ein 'Olympia'-Projekt zu engagieren. Die dafür nötigen Mittel, stellen wir im Moment durch Überschüsse in der Verbandsrechnung zur Verfügung. Die Kriterien für die Aufnahme in ein solches Olympiaprojekt sind noch nicht erstellt. Das wird eine der ersten Aufgaben der neuen Kommission sein.

Im Bereich Nachwuchsförderung und Leistungssport haben wir auch einen neuen Ausschuss ins Leben gerufen.

Er besteht aus Vertretern des SEV, SELV und der Fachgruppenleiterin des BASPO. Dieser Ausschuss hat die Aufgabe, die Anforderungen an die Ausbildung und Förderung der Athleten zu bestimmen. Da dabei die Trainerausbildung ein wesentlicher Bestandteil ist, hat dieser Ausschuss vor allem einen Fokus auf die Traineranforderungen in diesem Bereich. Es werden aber auch Fragen zu Leistungsbeurteilung, Wettkampfintensität etc. besprochen und Empfehlungen an die entsprechenden Stellen (SEV, SELV und BASPO) ausgesprochen. Die Resultate aus der Arbeit in diesem Ausschuss werden ein wichtiger Teil der Verbandsstrategie im Bereich Nachwuchs- und Leistungssportförderung sein. Der Ausschuss ist bereits aktiv, muss aber sicherlich noch transparenter und konkreter kommunizieren, damit alle wissen, was genau in dieser Arbeitsgruppe entsteht.

Welche konkreten Projekte aus der vergangenen Saison würden Sie nennen, die den SEV vorangebracht haben und positive Auswirkungen auf dessen Positionierung national und international hatten?

Wir haben in diesem Jahr einige Projekte angehen können, welche vor allem bei Swiss Olympic und auch bei der ISU sehr positiv aufgenommen wurden.

Wir haben z.B. durch die Anstellung von Martin Häfelfinger einen Geschäftsführer gefunden, welcher sich sehr gut in die Strukturen und den Alltag im Haus des Sports eingefügt hat. Durch seine Ausbildung und seine offene und professionelle Art, hat er gute und enge Kontakte mit Vertretern von Swiss Olympic knüpfen können.

Wir haben auch im Rahmen der Gespräche zur Verbandsförderung viel von Swiss Olympic lernen können und wollen uns in ähnlicher Weise reformieren. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Direktor Roger Schnegg und seinem Team ist sehr konstruktiv und entspricht auch meinen Vorstellungen einer modernen Verbandsführung. Ich denke, das wird von Swiss Olympic auch so gesehen und man gibt uns dafür viel Kredit. Den müssen wir nun natürlich bestätigen.

Im internationalen Umfeld konnten wir uns mit der Organisation des ISU Preisrichterseminars SYS in Zürich vom September 2014 sicherlich wieder gut in Szene setzen. Die Organisation war sehr gut und alle Teilnehmer haben uns ein sehr gutes Feedback gegeben. Das Ziel ist nun, sich für ein ähnliches Seminar für den Kunstlauf zu bewerben. Ich bin sicher, dass wir das auch bekommen und ebenfalls sehr gut organisieren werden.

Mit der Kandidatur für die SYS-WM 2016 in Neuchâtel haben wir sicherlich auch ein Signal gegenüber der ISU gegeben, dass wir auch weiterhin ein aktiver Partner für sie sein wollen. Zum Zeitpunkt der Eingabe der Kandidatur waren wir die einzigen Bewerber. Mittlerweile gibt es 2 Konkurrenten, unter anderem die DEU mit Dresden. Ich hoffe sehr, dass wir diese WM bei uns ausrichten dürfen. Die letzte vom Verband organisierte WM 1997 in Lausanne, liegt dann immerhin schon 19 Jahre zurück.

Wenn man eine solche Aufgabe wie das Präsidentenamt übernimmt, setzt man sich als Funktionär, ähnlich wie als Athlet, unter Umständen höhere Saisonziele, als letztlich erreichbar sind. Wo sehen Sie nach wie vor Baustellen? Was sind die größten Hindernisse mit denen Sie zu kämpfen haben?

In der Tat sind die Ambitionen hoch. Ich würde aber nicht sagen, dass die Saisonziele nicht erreicht wurden. Wir konnten einige Veränderungen vornehmen, was in einer durch Ehrenamtliche geführten Verbandsstruktur nicht ganz einfach ist. Die Möglichkeiten sich regelmäßig zu treffen sind beschränkt und auch die Zeit, welche die ehrenamtlich tägigen Personen für die Verbandsarbeit einsetzen können, variiert stark. Die größten Hindernisse sind sicherlich die beschränkten Mittel und Strukturen, die wir haben. Wir müssen mit den bestehenden Strukturen eine neue und modernere Sportförderung angehen. Am Beispiel Speed ist das am besten zu veranschaulichen. Ohne eine 400m Eisbahn in der Schweiz, die mindestens 6-8 Monate betrieben werden kann, wird es sehr schwierig, diesen Sport in der Breite weiterzuentwickeln.

Auch für die Clubs müssen wir mehr machen und enger mit ihnen zusammenarbeiten. Die Unterstützung und Begleitung der Clubs, vor allem in ihrer Arbeit in der Förderung des Nachwuchses und der Leistungssportler, muss enger vom Verband gesteuert werden. Dafür haben wir einige Ideen, die aber noch nicht ganz spruchreif sind. Ich hoffe aber, dass wir diese Ideen in der nächsten Saison weiterentwickeln können und letztlich daran gehen können, sie umzusetzen.

Die meiste Arbeit, die im Vorstand geleistet wird, die meisten Entscheidungen die getroffen werden, zeigen keine spontanen Erfolge, sondern sind auf Langfristigkeit ausgelegt. So entsteht aber unter Umständen der Eindruck, es bewegt sich nichts. Können Sie möglichen Kritikern diese Angst nehmen?

Der Vorstand ist vergleichbar mit einem Verwaltungsrat in einer Firma. Auch dort wird häufig nicht wahrgenommen, was dieser genau macht. Das ist für mich kein grundsätzliches Problem. Ich denke, dass meine Aufgabe sein muss, genauer zu erklären, was genau vom Vorstand erwartet werden kann. In der Vergangenheit wurden viele Entscheidungen auf Stufe Vorstand gefällt, welche eigentlich in den Kommissionen bzw. auch in der Geschäftsstelle oder von Mitarbeitern hätten getroffen werden können. Diese Delegation an die Front will ich vorantreiben und die neuen Strukturen werden das auch klarer regeln. Wir haben in den Statuten die Rechte und Pflichten der entsprechenden Stellen (Vorstand, Kommissionen) ausführlicher beschrieben. Im Organisationsreglement, welches öffentlich auf unserer Webseite abrufbar ist, können alle, die wissen wollen, wer, was im SEV entscheidet, dies selber nachlesen.

Auch wenn ein Verband keine Firma ist, wird mehr und mehr auch von Verbänden erwartet, dass sie sich analog zu Firmen organisieren und entsprechende Gewaltentrennung haben. Das will ich mit den neuen Strukturen anstreben und auch der Vorstand ist sich dessen bewusst. Dass dies aber bis zur Basis, also den Clubs,  durchgedrungen ist, denke ich kaum. Das wird eine der Aufgaben des Vorstandes und vor allem vom Geschäftsführer und mir sein. Wir müssen diese Änderungen breit kommunizieren und die Ansprechpartner besser bekannt machen. Dafür werden unsere Webseite und eventuell auch wieder die sozialen Medien eine wichtige Plattform sein.

Was steht für 2015 auf der SEV –Agenda?

Für 2015 hoffe ich, dass wir die neuen Strukturen in allen Bereichen funktionieren und dass die Leute, welche in und mit den Kommissionen arbeiten genau wissen, was ihre Aufgabe ist und was von ihnen erwartet wird. Die entsprechenden Pflichtenhefte müssen nun erarbeitet werden. Das wird eine gewisse Dringlichkeit haben, da sie noch nicht für alle Aufgaben und Funktionen existieren.

Eine weitere Priorität hat die Erfüllung der noch offenen Punkte für die Verbandsförderung von Swiss Olympic. Wir haben bis Juni 2015 Zeit, diese Defizite zu beseitigen. Eines ist ein geforderter Ethik-Check, welchen wir nun als Verband (inkl. Clubs) machen müssen. In der Folge muss ein Ethik-Konzept für den Verband erstellt und auch gelebt werden.

Wir müssen bis zum Januar auch noch ein Leistungssport-Konzept Kunstlauf und im Speed das ganze Nachwuchs- und Leistungsportsportkonzept erstellt haben. Dieses ist unter anderem wichtig, um von Swiss Olympic die entsprechenden Fördermittel zu bekommen und für den Erhalt von Swiss Olympic Cards im Bereich Speed.

Ich hoffe auch, dass wir die Organisation der SYS-WM 2016 akkreditiert kriegen. Das sollten wir bis Ende Oktober erfahren.

Es wäre außerdem gut, wenn wir auch in dieser Saison unsere Startplätze an EM, WM und JWM besetzen und sich unsere Läuferinnen und Läufer erfolgreich in Szene setzen können.

Ich ziele auch darauf, dass die Gespräche mit den Clubs und den Regionalverbänden aktiver werden, damit wir im Verband auch wissen, wie die Änderungen im Verband ankommen. Dafür dient uns vor allem  die Präsidentenkonferenz. Eine Plattform, die ich noch stärker für den Themen-Austausch zwischen den Clubs und dem Vorstand nutzen will. 

 

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