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Eisschnelllauf - Allgemeine Termine

Der Schweizer Eisschnelllauf – Saisonbilanz und Ausblick

Mit kleinen Schritten Richtung Erfolg

ThomasGrobDem Eisschnelllauf in der Schweiz zu einer Renaissance verhelfen, den „Dornröschenschlaf“ einer Disziplin beenden, professionelle Bedingungen schaffen - so sahen einige der Ziele von Thomas Grob aus, als er vor 2 Jahren das Amt des Verantwortlichen für die Speed-Disziplinen im Vorstand des SEV übernahm.

Die Ausgangslage im Eisschnelllauf: motivierte Akteure mit guten Konzepten, hatten beschränkte Trainingsmöglichkeiten und ein knappes Budget.

Mit kleinen Schritten ist man inzwischen vorwärts gekommen – kann spätestens nach der Saison 2015/2016 auf sicht- und zählbare Erfolge verweisen.

Die Elite Athleten haben mit ihren Leistungen im Weltcup, an der EM und an der WM, positive Zeichen gesetzt. Drei weitere Junioreninnen und Junioren haben sich für den Junioren-Weltcup qualifiziert, so dass nun 8 Junioren an den Weltcups teilnehmen können.

Hervorzuheben ist die Teilnahme von 4 Junioren an der Junioren-WM in China. „Das hat es in der Schweiz bisher noch nie gegeben“, so Grob. „Das ist sehr erfreulich und auch eine Bestätigung der konsequenten Arbeit, die der SEV Speed nun im und für den Nachwuchs leistet. National und international wird wahrgenommen, dass in der Schweiz im Speed Skating wieder etwas läuft. Das freut mich.“

Das neue Nachwuchsförderungskonzept und ein Leistungsförderungskonzept sind installiert. Nationaltrainer Timo Järvinen steht in einem Teilzeitengagement über das Jahr verteilt zur Verfügung und eine verantwortliche Person für die Kader und die Nachwuchsförderung ist gefunden. „Das Engagement aller Beteiligten im Verband, das Engagement der Trainier, der Athleten und speziell auch deren Eltern, ist sehr groß“ , freut sich Grob. „Darauf lässt sich weiter aufbauen.“      

Elite-Läufer verbessern 3 Schweizer Rekorde

Der SEV war in der Saison 2015/2016 mit Christian Oberbichler, Livio Wenger und Martin Hänggi an 4 Weltcups vertreten.

Erstmals startete die Schweiz mit einer Mannschaft an 3  Team-Pursuit-Rennen und sicherte sich im Gesamtweltcup Platz 11.

ChristianOberbichler

Zum Weltcupauftakt in Nordamerika liefen Christian Oberbichler und Livio Wenger 3 neue Schweizer Rekorde.

Auf der Olympia-Eisbahn von Salt Lake City (USA) setzte Christian Oberbichler den neuen Rekord über 500m auf 35.55 Sekunden und den über 1000m auf 1.10,90. 

(Foto links, Christian Oberbichler)

 

Livio Wenger lief die 1500m in der neuen Rekordzeit von 1.47,53. 

Livio Wenger an Europa- und Weltmeisterschaften

HaenggiWengerAn den Europameisterschaften in Minsk, konnte Livio Wenger im Januar mit einem 18. Platz über 500m und zwei 17. Plätzen über 1500 und 5000m, einen zweiten Schweizer Startplatz für die nächste EM sichern.

Anfang Februar überzeugte er an der WM in Kolomna mit einem 9. Rang im Massenstartrennen. (Foto rechts, Martin Hänggi und Livio Wenger an der SM Allround)

An den Schweizer Meisterschaften Allround und Einzeldistanzen war Livio Wenger der erfolgreichste Läufer.

Martin Hänggi musste nach 14jähriger Siegesserie dieses Mal Livio Wenger den Vortritt lassen. Neben dem Allround-Titel gewann Livio Wenger drei Einzelstreckentitel.

Den Gesamttitel an den Schweizer Meisterschaften Sprint sicherte sich Christian Oberbichler.

„Die Entwicklung bei den Schweizer Athleten ist sowohl bei der Elite, als auch bei den Junioren zufriedenstellend“, resümiert Nationaltrainer Timo Järvinen die Saison. „Sie haben inzwischen verstanden, dass die alte Weisheit „ohne Fleiß, kein Preis“ stimmt.“

Fortschritte und Erfolge sind für Timo Järvinen zum einen das Ergebnis der professionelleren Arbeit der Athleten selbst, zum anderen der langsam zunehmenden Professionalisierung bei den Rahmenbedingungen.

„Die Sportler, die die meiste Zeit in ihr Training investieren konnten, haben auch die größten Fortschritte gemacht“ stellt Järvinen fest.

„Trotz unserer begrenzten Möglichkeiten hat sich das ausgezahlt. Ich führe die positive Entwicklung also auf das konsequente Training, mit professionellen Trainingsplänen und professioneller Betreuung zurück.“

Junioren mit vielen Bestleistungen und einem neuen Schweizer Rekord

8 Athleten – vier Frauen und 4 Männer- zählen seit dieser Saison zum SEV-Junioren-Kader.

Jasmin Güntert, Vera Güntert, Ramona Härdi, Noemi Zurbuchen, Oliver Grob, Colin Biermann, Colin Steenbergen und Lukas Iida, haben die Schweiz an vier Junioren-Weltcups vertreten. Erstmals haben vier Junioren an der Weltmeisterschaft teilnehmen können und Jasmin Güntert war die einzige SEV-Athletin an den Youth Olympic Games.

GuentertJaervinenLillehammerDas der SEV im Eisschnelllauf an den Youth Olympic Games in Lillehammer (NOR) vertreten war, darf als einer der ersten Erfolge der neuen Strukturen und der in die Wege geleiteten Trainingsprofessionalisierung gewertet werden.

Auf Grund der insgesamt verbesserten Leistungen bei allen Athleten, sind die nötigen Quotenplätze erzielt worden, von denen Jasmin Güntert, dank der erfüllten Leistungs-und Altersanforderungen, einen nutzen konnte. (Foto, Timo Järvinen und Jasmin Güntert an den Youth Olympic Games)

Klassierungen unter den Besten waren derzeit noch wenig realistisch, aber ein 7. Platz mit dem Mixed Team beispielsweise, ein beachtliches Ergebnis.

An der Junioren-Weltmeisterschaft in Changchun (CHN) waren im März mit Ramona Härdi, Vera Güntert, Oliver Grob und Colin Biermann gleich vier SEV-Athleten vertreten. Für alle, außer Oliver Grob, war es eine WM-Premiere. Vor allem in den Massenstart-Rennen konnten sie sich gut in Szene setzen und mit Platz 17 und 18 für Vera Güntert und Ramona Härdi, sowie Platz 18 für Oliver Grob, gute Klassierungen erzielen.

Junioren

(hintere Reihe: Ramona Härdi, Noemi Zurbuchen, Severine Biermann, Vera Güntert - vordere Reihe: Colin Biermann, Lukas Iida, Oliver Grob)

Die erfreuliche Saison bei den Junioren wurde abgerundet an den Schweizer Meisterschaften. Ramona Härdi und Oliver Grob sicherten sich sowohl die Titel als Allround-Meister, als auch die Meisterschaft im Sprint.

Erfolge und Leistungen, auf die sich aufbauen lässt

Einige Kaderathleten haben in dieser Saison auf allen Strecken neue Bestleistungen erzielt – Colin Biermann hat zudem im Februar mit 4.04,11 einen neuen Schweizer Rekord über 3000m bei den Junioren aufgestellt.

Jaervinen

Eine Saison, auf die der Nationaltrainer nicht nur bei den Junioren zufrieden zurückschaut, aber dennoch Handlungsbedarf sieht. „Es gibt noch viel Potential im Schweizer Eisschnelllauf“, stellt Timo Järvinen fest.

„Wir müssen aber in den nächsten 3-4 Jahren unsere Trainingsmöglichkeiten, die Infrastruktur und die Trainingsqualität noch weiter verbessern. Dann erst können wir international mitreden. Das Ziel für die Saison 2016/2017 muss sein, noch mehr gemeinsame Trainingseinheiten zuhause und in Trainingslagern zu absolvieren. In dieser Saison haben wir unsere Ziele übertroffen und das würden wir auch gerne künftig tun.“

Der Verantwortliche Speed im SEV, Thomas Grob, sieht das ähnlich. „Mit dem Erreichen der Weltcup-Limite stehen den Athleten erst einmal die Türen offen für weitere Entwicklungs-Schritte. Der Weg nach oben, zum Podest-Erfolg – und dies ist ja unser Ziel - ist aber noch sehr lang und hart. Wir werden die Wintersaison 2016/17 im Rahmen unserer Möglichkeiten noch konsequenter und natürlich mit den Lehren aus 2015/16 vorbereiten. Die Planung dazu ist am Laufen. Sicher braucht es nebst den Off-Ice Trainings noch mehr Zeit auf dem Eis.“

JoseCavalliAuch im Short Track wird mit Blick auf die Zukunft an Konzepten gearbeitet.

In der vergangenen Saison nahm Short Track-Eliteläufer José Cavalli erfolgreich an 9 internationalen Wettkämpfen teil.

Der Tessiner verbesserte seine Rangierungen insgesamt. Damit empfiehlt er sich auch weiterhin als einziger Schweizer Short Track-Kandidat für einen Startplatz an den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea. 

Nachwuchs, Infrastruktur und Finanzen

Den ersten „Wiederbelebungsversuchen“ des Eisschnelllaufs in der Schweiz und den ersten Erfolgen, müssen nun weitere Schritte folgen. Nachwuchsarbeit, Infrastruktur, Finanzen und und und – die Liste der Aufgaben und Herausforderungen bleibt lang für die Verantwortlichen im Verband und in den Clubs.

Der nötige finanzielle Spielraum, um die erforderlichen Bedingungen zu schaffen, ist nach wie vor beschränkt.

Für Thomas Grob heißt das: „Ein Schwerpunkt muss nun auf das Verbandssponsoring  und das Finden von nachhaltigen Partnerschaften gelegt werden. Die Plattformen sind da, jetzt müssen wir sie nutzen. Mit dem sportlichen Erfolg kommt die Wahrnehmung und dann auch die Unterstützung“, erklärt Thomas Grob. „Dies unter den gegebenen Rahmenbedingungen zu erreichen, ist unsere größte Herausforderung.“

Das es in der Schweiz keine einzige 400m-Kunsteisbahn gibt, verschafft den hiesigen Athleten von vornherein einen Wettbewerbsnachteil, macht den Reiseaufwand zu ausländischen Eisbahnen groß und bedeutet einen immensen Kostenfaktor.

Wer Eisschnelllauf auf Spitzenniveau betreiben will, kann dies allein in der Schweiz nicht schaffen. „Der Vergleich zwischen der Schweiz und Holland in der SRF Sportlounge Sendung vom 7.3.16 hat dies ja sehr gut aufgezeigt“, sagt Grob. „Darum fahren wir mit unseren Athleten weiterhin konsequent ins Ausland, auch wenn der Aufwand zeitlich und finanziell enorm ist. Wenn wir unsere Schweizermeisterschaft mangels geeignetem Eis auch im Ausland machen müssen, dient das auch nicht wirklich der Wahrnehmung des Eisschnelllaufes in der Schweiz.“    

Die Diskussionen zum Thema 400m-Kunsteisbahn sind nach diesem milden Winter auch in Davos verstärkt geführt worden. Auf der Natureisbahn in Davos waren Trainings und Wettkämpfe wetterbedingt kaum durchführbar. „Ob daraus zu Gunsten unseres Sports in Davos nun die richtigen Entscheidungen gefällt werden, bezweifle ich“, sagt Thomas Grob. Konzepte anderer Wintersportarten, wie Eishockey oder auch Langlauf, erhalten mehr Zuspruch.“

Hoffnung auf eine 400m-Kunsteisbahn in der Schweiz, besteht auch im Zusammenhang mit dem ausstehenden Großereignis der Youth Olympic Games 2020 in Lausanne. „Es gibt Möglichkeiten und Diskussionen Richtung Beschaffung und Installation einer mobilen 400m-Eisbahn im Vorfeld der YOG 2020“, erzählt Thomas Grob. „Dazu braucht es aber ein professionell geführtes Projekt, mit einem klaren Auftrag zur Evaluation und Umsetzung. Sonst wird noch lange davon gesprochen und es geschieht dann doch nichts. Grundsätzlich geht es aber um eine Frage des Glaubens an die Speed-Sportarten und eines Bekenntnisses zu den Speed-Sportarten - mit ihren 2 olympischen Disziplinen Eisschnelllauf und Short Track. Beide Sportarten sind im Breitensport in der Schweiz jedoch kaum bis gar nicht präsent.“

An und mit der Basis, also in den Clubs,  müssen attraktive Angebote geschaffen werden, so dass junge Leute sich für diese Sportarten entscheiden. „Leute zu finden, die sich dafür mit Herzblut ehrenamtlich engagieren, wird bekanntlich immer schwieriger“, weiß auch Thomas Grob.

„Wir haben im SEV Speed tolle und motivierte Athleten, die das Potential und auch den Traum haben, einmal ganz zuoberst auf einem EM-,WM- oder Olympiapodest stehen zu können.

Dafür engagieren wir uns im SEV-Speed und ich gebe die Hoffnung nicht auf, schon bald auch auf einer 400m-Kunsteisbahn vor der Haustür trainieren zu können.“

 

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